Kein Schwein ruft mich an...


Freelancer zu sein ist gut, insoweit es die Freiheit angeht, tun und lassen zu können, was man möchte. Es gibt aber auch problematische Seiten, eine davon ist für mich: Immer allein. Das muss sich ändern.

Ich bearbeite gerade ein nettes Rails-Projekt, und das von zuhause aus. Soweit, so gut, allerdings sitze ich (von kleinen Unterbrechungen abgesehen) jetzt schon seit Sommer letzten Jahres zuhause. Natürlich ist es recht angenehm, die Arbeit jederzeit kurz unterbrechen zu können, um zum Beispiel mit dem Hund an die frische Luft gehen zu können. Ich merke aber, wie mir zusehends der Kontakt zu real vorhandenen Kollegen fehlt. Ich bin doch kein Einsiedlerkrebs.

Kollegen hatten letztens Bürogemeinschaften gegen die Absonderungstendenz vorgeschlagen. Ein guter Tipp, und bei den jeweiligen Menschen wäre ich allesamt gerne eingezogen. Allerdings nützt mir ein Schreibtisch zur Miete nichts, wenn der 30-40 Kilometer weit entfernt steht. Ob sich so ein Konzept wohl auch bei mir in der Nähe finden lassen könnte, also in Siegburg, Troisdorf oder… Lohmar? Na gut, du kannst wieder aufhören zu lachen.

Am Rande: Nicht dass jetzt wieder einer von euch anruft und sich über das Freelancer-Gejammer beschwert. Das war vielleicht ne Nummer…

Dazu kommt, dass ich mittelfristig keine Zukunft in der Art von technologielastigem Einzelkämpfertum sehe, wie ich das zur Zeit betreibe. Ich bin davon überzeugt, dass Wissen in diesem Bereich eine besonders kurze Halbwertzeit hat, und man dieses Rennen gegen den Verfall nicht ein (Arbeits-) Leben lang gewinnen kann. Mein Lösungsansatz ist es, in einiger Zeit den Compiler gegen die Aktentasche einzutauschen und Technik gegen Projektleitung und Personalführung. Die Kunst wird es sein, zukünftige Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass ich mich dafür ebenso gut eigne wie für den Technik-Part.


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