Was der Bauer nicht kennt...


Kunden tun sich häufig schwer damit, neue Technologien und Methoden zu akzeptieren. Im Bereich der CMS(Content management systeme) ist das nicht anders. Radiant scheint mir geeignet zu sein, ein universelles Werkzeug für Webprofis sein zu können, wenn sich die Kunden nur überzeugen lassen.
radiant-logo

Ich habe in den letzten Monaten einige Projekte mit dem Opensource CMS Radiant realisiert. Die Erfahrungen waren durchweg positiv, nach einer kurzen Einarbeitungsphase habe ich erkannt, was für ein mächtiges und gleichzeitig benutzerfreundliches Stück Software das ist. Weniger einfach ist es, Kunden vom Einsatz einer Software zu überzeugen, wenn diese bereits eine Vorstellung vom Werkzeug haben, mit dem ihrer Meinung nach das jeweilige Problem am besten zu lösen sei.1

Versteht mich nicht falsch: Wenn der Kunde eine Lösung mit Werkzeug xyz wünscht und ich das leisten kann, dann bekommt er diese nach Möglichkeit auch. Meistens ist es jedoch so, dass der Kunde (a) eine Vorstellung vom Werkzeug hat und (b) eine Vorstellung vom zeitlichen und finanziellen Aufwand. Und nicht selten widersprechen sich die Vorstellungen hier: Auch wenn sich die Lösungswege im Ergebnis vielleicht nicht unterscheiden, ist doch der Weg dahin von unterschiedlich großem Aufwand gekennzeichnet. Oder einfacher: Ich kann nur preiswert anbieten, indem ich meinen Aufwand reduziere. Zeit ist Geld.

Im Fall von Radiant ist das Konzept überzeugend: Die Software ist auf der Basis von Ruby on rails programmiert und wird auch mit dieser Technologie erweitert. Rails wiederum ist für seine elegante Programmiererfreundlichkeit bekannt, für seine einfachen Lösungen auch für komplexe Fragestellungen, die jedoch in Webprojekten so oder ähnlich immer wieder auftreten. Das Prinzip lautet DRY, das Ziel ist: Make programmers happy. Sich nicht wiederholen müssen, das Rad nicht neu erfinden, sich nicht über das Werkzeug ärgern – alles das sind Möglichkeiten, die Produktivität zu erhöhen.

Damit ist auch die Zielgruppe für Radiant klar definiert: Die Software wendet sich an Web-Dienstleister und Profis, die eigene oder Kundenvorgaben möglichst effizient realisieren möchten. Es handelt sich nicht um eine Software, die dem Kontakt mit Webtechnologien wie HTML und CSS möglichst aus dem Weg gehen möchte. Von Radiant profitiert, wer im Projekt entwickeln und programmieren muss und dazu die effektivste Plattform sucht.

Radiant wurde 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt und liegt aktuell in der Version 0.8.1 vor. Das bevorstehende Release 0.9 beinhaltet unter anderem eine durchgängige Internationalisierung. Da es aktuell noch recht wenig Material im deutschen Netz zu Radiant gibt, werde ich mich daran machen, ab heute eine Reihe im Blog zu diesem Thema zu veröffentlichen. Vielleicht trägt das dazu bei, die Bekanntheit zu verbessern und damit auch dieses System ein wenig hoffähiger zu machen.

1 Siehe auch Was ihr wollt


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