Die Geschichte zum Logo

Anfang 2011 wurde mir klar, dass ich meine Außendarstellung gänzlich überarbeiten muss. Hatte ich zuvor im wesentlichen meine technologischen Kenntnisse in den Vordergrund gerückt, so wurde mir bewusst, dass das am Ziel vorbeigeht: Mein Thema ist die Beratung zu Softwarethemen, meine Kunden sind Anwender. Meine Zielgruppe sind nicht jene, die technische Skills abhaken, sondern solche, die Antworten auf oft auch vage formulierte Fragen suchen. Am Rande: Daher arbeite ich seitdem kaum noch mit Projektvermittlern zusammen.

Ein neues Design sollte die Ansprache unterstützen, und ein Logo sollte Bestandteil dieses neuen Designs werden. Wie drückt man so abstrakte Begriffe wie Software-Beratung in grafischer Form aus? Für den Designer Ruben Böhler der Berliner Agentur Woomera war das eine knifflige Herausforderung, deren Lösung wir uns gemeinsam nur schrittweise nähern konnten. Hier sieht man ein paar Original-Skribbles, die zeigen, wie eine Idee entsteht:

Entwuerfe

Entwuerfe 2

Uns war klar, dass wir den Bereich sprechen und Kommunikation mit der Abstraktheit technisches Objekt verbinden wollten. Die Sprechblase eignete sich dazu als Metapher, und auch der Würfel als einfachstes Objekt war bald Bestandteil der Idee. Schnell aus dem Rennen waren alle abstrakten Kombinationen von Buchstaben oder Text, denn auch wenn meine Initialien CA sind, verbindet man doch eher eine andere Softwarefirma damit als mich.

Entwuerfe 3

Am Ende kristallisierte sich die Form heraus, die seitdem die Webseite schmückt: Die Kombination von Sprechblase und Würfel als Metapher für technische Beratung, das feurige Rot als Symbol für die Emotionalität, mit der ich gerne argumentiere. Wer mich kennt, weiss was gemeint ist. ;-)

Final

… bis heute.

Soweit, so gut. In den folgenden Jahren habe ich nichts vergleichbares gefunden und fühlte mich recht einzigartig. Ich verwende das Logo auf der Webseite, auf meinen Visitenkarten und dem Briefpapier, dem Firmenschild und der Außendekoration. Bis heute.

Heute erreichte mich die Nachricht des geschätzten Kollegen Christoph Becker: Die Münsteraner Xelilabs GmbH ließ sich einen ganz ähnlichen Entwurf erstellen.

xelilabs

DAFUQ? Wie sich herausstellte, waren in diesem Fall die talentierten 8gestalten aus Münster auf eine ähnliche Idee gekommen, ebenfalls im Jahr 2011. Was war da los? War es 2011 schick, abstrakte Begriffe in Grafiken zu übersetzen, die mit 3D und flat-Design spielten? Eine Rolle mag auch spielen, dass die Xelilabs das Logo scheinbar nie im öffentlichen Verkehr verwendet hat – so ist der Umstand nie aufgefallen.

Die Chancen stehen gut, dass wir (Xelilabs und ich) jetzt friedlich koexistieren. Die Details dazu stehen jedoch noch aus.