Festpreis, Tagessatz, Stundensatz?

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Projekte sind unterschiedlich. Wann kann ich welche Abrechnungsweise anbieten? Die drei gebräuchlichsten Modelle möchte ich gerne vorstellen:

Der Festpreis

Wenn Auftraggeber und Auftragnehmer eine bestimmte Leistung zu einem festgelegten Preis vereinbaren, dann spricht man vom Festpreis. Dieser wird nicht über-, aber auch nicht unterschritten. Juristisch liegt häufig ein Werkvertrag zugrunde, der in Deutschland in §§ 631 ff. BGB geregelt ist.

Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet. § 631 (1) BGB

Ich akzeptiere Werkverträge und Festpreise, wenn die Aufgabe genau beschrieben ist. Dazu habe ich schon häufiger geschrieben, etwa zum Inhalt des Projektkonzeptes. Der Festpreis ist für beide Parteien die Vereinbarung mit der höchsten Planungssicherheit. Er erfordert aber auch die gründlichste Vorbereitung auf beiden Seiten.

Ist das Ziel der Arbeit nicht präzise bekannt, oder handelt es sich um eine fortlaufende Dienstleistung, so kommen nur Abrechnungsverfahren nach Aufwand in Betracht (engl. auch time & materials, kurz T&M). Bei einer Abrechnung nach Aufwand schließe ich stets Dienstverträge gem §§ 611 ff. BGB ab: Hier wird die Leistung geschuldet, nicht aber ein konkreter Erfolg. Beispiele dafür sind:

  • Fortlaufende Wartung eines Computersystems
  • Wartungsdienst durch kontinuierliche Weiterentwicklung einer Software
  • Beratungstätigkeit, Arbeit als Dozent

Je nach Art der Tätigkeit kommt hier eines von zwei verschiedenen Abrechnungsverfahren zum Einsatz:

Der Tagessatz

Der Tagessatz bildet die Vergütung für einen vollen Werktag meiner Arbeit. Je nach Vereinbarung kann der Tagessatz auch pauschale Reisekosten beinhalten; man spricht dann vom all-in Tagessatz. Für mich als Unternehmer ist die Planung und Abrechnung ganzer Tage einfacher zu organisieren, daher ist der kalkulatorische Stundenlohn beim Tagessatz häufig geringer als bei stundenweiser Abrechnung. Ich gebe hier meinen Vorteil an den Auftraggeber weiter.

Tagessätze eignen sich bei absehbar größerem Umfang einer Tätigkeit: Wenn klar ist, dass meine Leistung für volle 10 Tage benötigt sein wird, so sollte ein Tagessatz vereinbart sein. Der Auftraggeber trägt aber im Rahmen seiner Bestellung die Verantwortung für den Erfolg meines Einsatzes. Einfach gesagt: Wer mich einen Tag herumsitzen lässt, muss ihn dennoch bezahlen.

Der Stundensatz

Die flexibelste Form der Abrechnung ist der Stundensatz: In diesem Fall rechne ich anfallende Arbeiten pro angefangene 15 Minuten ab. Diese Form eignet sich besonders für kurzfristig bekannt werdende Wartungsarbeiten mit meistens geringem zeitlichem Umfang. Das Telefon klingelt, oder die Anfrage geht per Email ein – ich reagiere möglichst zeitnah. In Abhängigkeit von der Dringlichkeit vereinbare ich hier gewöhnlich Reaktionszeiten mit dem Kunden, auf die er sich verlassen kann.

Natürlich ist für mich so kaum planbar, wann welche Arbeit anfallen wird. Das findet auch darin Ausdruck, dass der Stundensatz in solchen Fällen um ca. 25-30% höher ist als die kalkulatorische Basis des Tagessatzes. Mein Planungsaufwand und auch mein Risiko sind hier höher.