Arbeite ich gegen Erfolgsbeteiligung?

Ich erhalte gelegentlich Anfragen von Menschen, die eine Idee für ein Produkt oder einen Service haben, den sie anbieten möchten. Nicht selten geht es darum, dass man mich nicht für meine Arbeit bezahlen kann: Ob ich nicht Lust hätte, das Startup gegen spätere Anteile am Erfolg zu unterstützen, indem ich heute auf meinen Lohn verzichte? Lassen Sie mich das mit diesem wunderbaren Tweet von @hipsterhacker beantworten:

Ich will das meistens nicht. Sie fragen sich: Warum?

  • Das Thema überzeugt mich nicht. Wie soll ich meine (finanzielle) Zukunft auf etwas verwetten, dessen Marktfähigkeit mich nicht überzeugt? Der x-te Klon von was-weiss-ich ist für mich wenig attraktiv. Ehrlich: Es interessiert mich nicht, ob sie so groß wie ebay oder Amazon oder beide werden wollen. 999 von 1000 Gründern gelingt das nicht, warum soll es bei Ihnen klappen?
  • Die Ideen sind mangelhaft ausgearbeitet. Wer bei mir anfragt, der tut das, weil man mir den technischen Part der Umsetzung zutraut. Auch und gerade wenn es noch keine technische Umsetzung gibt, sollte die Idee so nachvollziehbar und spannend beschrieben sein wie möglich. Eine Handvoll wie hingeworfen wirkender Powerpoint-Folien macht da keinen guten Eindruck, besonders wenn der Inhalt sich nur in abgedroschenen Phrasen ergeht. Die besten Ideen lassen sich einfach beschreiben, das sollte auch für ihre Idee gelten.
  • Die Erfolgschancen sind nicht nachvollziehbar dargelegt. OK, sie sind Marketing-Spezialist oder BWL-Fachmann und kein Programmierer, das ist fein. Dann ist es sicher in Ordnung, wenn ich von Ihnen keine theoretische Ausarbeitung von Algorithmen zu sehen bekomme. Aber einen faktenorientierten Businessplan mit Umsatz- und Marktanalyse sowie Konkurrenz- und Risikobetrachtung, den darf ich sicherlich gerade von Ihnen erwarten.

Niemals?

Nein, nicht niemals: Es gibt Ausnahmen. Wer mit einer wirklich guten Idee und einem zündenden Konzept ankommt, der kann durchaus auf meine Mitarbeit hoffen, wenn es meine Projektsituation zulässt. Wer mich also nicht unmittelbar mit Geld für meine Arbeit bezahlen kann, der muß seine Hausaufgaben machen und mich genauso begeistern und überzeugen, wie man es für einen VC-Investor täte. Ich investiere schließlich auch in ihre Idee, und zwar in Form von Arbeit.